"Ich bin mir sicher, dass ich im ehemaligen Hitler-Zimmer wohne, das habe ich so gehört", sagt der 81-jährige Obdachlose Wilhelm Z. In der Tat: Im neuen Männerheim in der Wiener Meldemannstraße 27 quartierte sich im Februar 1910 ein junger Mann aus Linz, der knapp 21-jährige "Kunstmaler" Adolf Hitler, ein. Mehr als drei Jahre verbrachte er hier. Tagsüber saß er in der Nichtraucherabteilung des Leseraumes und malte Bilder. Abends, nach acht Uhr, zog er sich in sein Zimmer zürück, um zu lesen. Nun hat ein Historikerteam die Geschichte des Hauses in der Brigittenau erforscht und in einer Ausstellung (Künstlerhaus Passagegalerie Wien) und in einem Buch dokumentiert.

Hertha Hurnaus u. a. (Hrsg.): Haus Meldemannstraße - Czernin Verlag, Wien 2003 - 156 S., Abb., 19,- e