Das Abkommen von Schengen: 1985 schlossen im luxemburgischen Schengen Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Deutschland ein Abkommen, dessen Kernsatz lautet: "Die Binnengrenzen dürfen an jeder Stelle ohne Personenkontrollen überschritten werden." Den fünf Gründerstaaten folgten Spanien, Italien, Portugal, Österreich und Griechenland. 2001 fielen die Personenkontrollen auch an den Grenzen der nordischen Staaten Dänemark, Finnland und Schweden sowie an den nicht zur EU gehörenden Staaten Island und Norwegen. Zugleich wurde vereinbart, die Außengrenzen der Schengen-Staaten rigide zu kontrollieren.

Wie viele Menschen illegal nach Deutschland einreisen, ist nicht bekannt. Bekannt ist nur die Zahl der Aufgegriffenen. Im Jahre 2001 versuchten 28560 Personen unerlaubt einzureisen, im vergangenen Jahr 22638. 122583 Ausländer (2001) beziehungsweise 112573 Ausländer (2002), die sich unerlaubt in Deutschland aufhielten, wurden aufgegriffen. Die meisten, die auf direktem Weg nach Deutschland kommen, überqueren die deutsch-tschechische Grenze.

Abweisung und Abschiebung: Das Ausländergesetz bestimmt, dass ein unerlaubt Einreisender unmittelbar an der Grenze zurückgewiesen wird, einer, der sich bereits im Land befindet, spätestens sechs Monate nach dem Grenzübertritt abgeschoben werden soll. Ferner soll verhindert werden, dass Asylanträge in mehreren Mitgliedstaaten gestellt werden. Dazu werden seit dem 15. Januar 2003 die Fingerabdrücke und personenbezogenen Daten von illegal eingereisten Ausländern und Asylbewerbern über Eurodac, ein zentrales Identifizierungssystem, abgeglichen.

Bei der Prüfung eines Asylantrages wenden alle EU-Mitgliedstaaten die Bestimmungen der Genfer Flüchtlingskonvention an. Unterschiede bestehen jedoch bei der Durchführung der Asylverfahren sowie bei der Entscheidungspraxis. Es kann vorkommen, dass ein Asylbewerber, der in Griechenland abgelehnt wurde, in Deutschland anerkannt wird. Durch die Umsetzung des Amsterdamer Vertrages sind jedoch bereits wesentliche Bereiche des Asylverfahrens durch gemeinschaftsrechtliche Mindeststandards weitgehend angeglichen worden. Deutschland setzt sich in der EU dafür ein, dass die Bestimmungen des deutschen Asylverfahrens Standard werden, dass also nur in so genannte sichere Dritt- und Herkunftsstaaten abgeschoben wird.

Schlupflöcher: In Spanien werden Illegale 40Tage in Gewahrsam genommen. Kann ihre Nationalität festgestellt werden, dann werden sie in ihre Heimat zurückgeschickt, sofern es mit dem betreffenden Staat ein Rückführungsabkommen gibt (zum Beispiel Marokko, aber auch Nigeria, Senegal, Mauretanien). Ist dies nicht der Fall, dürfen sie im Land bleiben.

In Italien bekommen Flüchtlinge eine Aufenthaltsgenehmigung für 60 Tage, danach müssen sie das Land verlassen. Die meisten bleiben – im Untergrund –, oder sie ziehen weiter in andere Schengen-Staaten.

Griechenland begann vor zwei Jahren mit einer Legalisierung des Status, 500000 Ausländern sollten Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse erteilt werden. Dieses Ziel wurde jedoch bis heute wegen bürokratischer Hindernisse und Korruption nicht erreicht. Die Illegalen sind weiterhin illegal – aber sie leben und arbeiten im Lande.