Ramadan in Brüssel?

Nicht nur Kopftücher an Schulen sorgen für Diskussionen zwischen Christen und Muslimen. Auch das Recht der islamischen Bevölkerung auf einen eigenen Feiertag erregt nun die Gemüter. Diesmal in Belgien: Dort setzten sich, jedenfalls zeitweilig, ausgerechnet die französischsprachigen Christdemokraten (CDH) in Brüssel für das Recht der Muslime ein, ihre eigenen Feiertage begehen zu dürfen. Der CDH-Fraktionsvorsitzende Benoît Gerexhe erklärte in einem Zeitungsinterview, die rund 150 000 muslimischen Einwohner der Stadt würden in ihrem Recht auf einen eigenen Feiertag gegenüber Christen benachteiligt. Der Vorstoß währte indes nicht lange. Die Geschäftsstelle der Partei wurde mit Protestbriefen überschwemmt. "Leute aus allen Teilen der Welt haben uns angerufen", berichtet Gerexhe. Nun macht er einen Rückzieher: Er habe doch nur eine Debatte anstoßen wollen.

Rinderwahn vor Gericht.

Kann man die Politiker dafür verantwortlich machen, dass Menschen nach dem Konsum von Rindfleisch an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sterben? Hätte man Todesfälle durch schnelleres Handeln verhindern können? Die französische Justiz muss diese Fragen nun klären. Eine Kommission des Sondergerichtshofes der Republik ermittelt gegen vier Ex-Agrarminister wegen fahrlässiger Tötung, weil diese nicht schon vor dem Frühjahr 1996 mit einem strikten Verbot gegen die Gefahr der Verfütterung von Tiermehl vorgegangen sind. Familien von fünf Opfern hatten das Verfahren angeregt.

Muppets für den Frieden.

Sie sind frech, fröhlich, flauschig: Seit 30 Jahren lassen die pelzigen Bewohner der Sesamstraße Kinderherzen in aller Welt höher schlagen. Jetzt sind Ernie, Bert & Co. in einer besonders heiklen Mission unterwegs: als Friedensbotschafter im Nahen Osten. Gemeinsam haben israelische, palästinensische und jordanische Fernsehsender eine Sonderausgabe der Serie produziert - insgesamt 78 Nahost-Folgen flimmern nun in der Krisenregion über die Mattscheibe. Man wolle den Kindern so ein positives Bild der eigenen Kultur und der Nachbarländer vermitteln, sagt die EU-Kommission. Sie unterstützt das Projekt mit 2,5 Millionen Euro.