Der Brauch ist kein abergläubisches Ritual, sondern durchaus wirksam! Die Schwimm- oder Taucherbrille beschlägt, weil die Luft, die in ihr enthalten ist, wärmer ist als das Wasser, in dem man schwimmt. Das Wasser kühlt das Brillenglas, das Glas kühlt die Luft, und kühle Luft kann nicht so viel Wasserdampf aufnehmen wie warme – also kondensiert das Wasser am Glas.

Diesen Niederschlag kann auch der Speichel nicht verhindern. Doch die in ihm enthaltenen Glykoproteine setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab. Deshalb bilden sich nicht viele kleine Tröpfchen, die die Sicht behindern, sondern es entsteht ein Flüssigkeitsfilm, der irgendwann nach unten abfließt.

Man kann die Brille nach dem Spucken übrigens ruhig kurz ausspülen. Die Proteine sind nicht wasserlöslich, sodass die Schutzschicht auch ein kurzes Wasserbad übersteht. Christoph Drösser

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