Rund 100 000 Stellen hat er bereits abgebaut, weitgehend sozialverträglich. Jetzt aber scheint der Krach programmiert: Heinz Klinkhammer, Personalchef der Deutschen Telekom, will für rund 120 000 Beschäftigte des Konzerns eine Arbeitszeitverkürzung um mindestens zehn Prozent durchsetzen - und zwar ganz ohne Lohnausgleich. Das wäre ein Tabubruch, und entsprechend reagiert die für die Telekom zuständige Gewerkschaft ver.di. "Völlig indiskutabel", sagt ver.di-Vize Franz Treml.

Betroffen von der Arbeitszeitverkürzung wären hauptsächlich die Mitarbeiter von T-Com, der Festnetzsparte der Telekom. Weil knapp die Hälfte der 120 000 Mitarbeiter Beamte sind, muss Klinkhammer neben der Zustimmung von ver.di auch die des Gesetzgebers bekommen. Nur der kann die Staatsdiener mit ihren Kollegen gleichstellen. Würden alle mitziehen, könnte Personalchef Klinkhammer sein wichtigstes Ziel erreichen: die Sicherung von immerhin 10 000 Arbeitsplätzen.

Für die Gewerkschaft ist das ein schwieriger Fall. Einerseits nennt Treml das Vorhaben den "Gipfel der Zumutung". Andererseits hat ver.di bei der Telekom-Tochter T-Systems einer Verkürzung der Arbeitszeit schon zugestimmt - allerdings befristet und nur teilweise ohne Lohnausgleich. "Über einen Beschäftigungspakt kann man nachdenken", meint Treml denn auch. "Wir wollen die Menschen vor Entlassung schützen."

Kräftige Einschnitte will Klinkhammer auch bei der Ausbildung des Konzerns.

Bislang engagiert sich die Telekom weit über dem Durchschnitt der Wirtschaft - gut sieben Prozent der Belegschaft im Inland sind Lehrlinge. Diese Zahl soll sich vermindern - und selbst bei der Übernahme, so der Plan, wird künftig die Bremse gezogen.

Das gilt auch für das Gehaltsniveau innerhalb von Vivento. In der hauseigenen Vermittlungs-Agentur sind Beschäftigte geparkt, die als überflüssig gelten.

Weil bis zum Jahre 2006 weitere 30 000 Jobs gestrichen werden sollen, droht Vivento ohne Klinkhammers Initiative gefährlich zu wachsen. Denn bislang klappte die interne wie externe Vermittlung längst nicht so gut, wie ursprünglich erhofft. All jene, für die nichts gefunden werden kann, müssen künftig damit rechnen, dass ihr Einkommen sinkt - und zwar "spürbar", so Klinkhammer, der sich offensichtlich auf konfliktreiche Zeiten eingestellt hat.