Angela Merkel & Co. haben das Adenauer-Sprichwort "Man muss die Dinge so tief sehen, dass sie einfach werden" anscheinend ein wenig zu wörtlich genommen. Die Kopfpauschale suggeriert eine verlockend einfache Lösung der komplizierten Probleme im Gesundheitswesen, die aber vollkommen realitätsfern ist. Die deutsche Gesellschaft ist nicht homogen. Sie unterteilt sich - und das in zunehmendem Maße - in drei Gruppen: sehr wohlhabende, wenig wohlhabende und arme Menschen. Diese Menschen quasi mit demselben Beitrag zu belasten hat mit sozialer Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun und passt auch schwer ins Bild einer Partei, die vorgibt, sich an christlichen Wertvorstellungen zu orientieren!

Rasmus Ph. Helt Hamburg

Die Kopfpauschale soll nun also gerechter sein als die gegenwärtige Lösung.

Zurzeit wird die Krankenversicherung zum Teil auch steuerfinanziert. Nun soll aber wegen der Entlastung des Faktors Arbeit der Ausgleich vollkommen über das Steuersystem geregelt werden. Bis zum heutigen Tag gab es im Steueralltag per Saldo noch keine Steuereinnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Zinseinkünfte werden auch mager besteuert. Im Endeffekt zahlen doch wieder die Arbeitnehmer über die Lohnsteuer und als Konsumenten über die Umsatzsteuer den Ausgleich allein. Allerdings ohne die Arbeitgeber, diese haben sich dann ja erfolgreich daraus verabschiedet.

Dass es so wie in Schweden werden könnte, fällt mir bei der heutigen Rethorik vom Hochsteuerland zu glauben eher schwer. Realistischer ist da schon die Variante Großbritannien mit ihren ob der langen Wartezeiten wegsterbenden Patienten. Mehr gibt dann halt der Standort Deutschland nicht her.

Stephan Soder, Hamburg