Für uns junge Leute begann eine herrliche Zeit", schreibt Ingeburg Brandt über den Beginn des "Dritten Reiches". Sie genießt ihre Jugend in Hamburg, die Schrecken der Zeit nimmt sie nicht wahr. Brandt, deren Vater glühender Nazi ist, wird Führerin einer Mädchengruppe. Zu ihrer Konfirmation werden Kerzenwachsflocken gestreut – für den leichtfüßigen Tanz.

Mit dem Krieg vergeht die Leichtigkeit. 1940 leitet Brandt eine Betriebskantine. Zwischen den Frauen und gebrechlichen Männern, die nicht eingezogen wurden, fällt ihr ein junger Mann auf: Bald lässt sie sich von Kurt ins Kino ausführen. Die neugierige Frau fragt ihn aus: Warum ist er nicht im Krieg? Kurt antwortet, er habe es "an der Lunge".

Eine Lüge, wie sich bald herausstellt. Kurt ist Jude. Brandts Eltern fahren aus der Haut und zeigen die eigene Tochter als "Judenhure" bei der Gestapo an. Sie flieht zu ihrer Großmutter und kann den Freund nur noch in aller Heimlichkeit sehen. Eines Tages wird Kurt abgeholt und in ein Konzentrationslager im Erzgebirge deportiert.

Bei Kriegsende fährt Brandt mit dem Fahrrad über die Autobahn zu dem Lager. Sie findet Kurt, er lebt.

Nun wäre Zeit für das Glück. Sie heiraten in Gotha, ein Sohn kommt zur Welt. Doch Kurt ist Kriminalkommissar geworden und widmet sich als überzeugter Kommunist besessen dem Kampf gegen das Unrecht. Die beiden entfernen sich voneinander. Brandt geht zurück nach Hamburg. Sie findet einen zweiten Mann, bekommt ein zweites Kind. Doch das Glück findet sie nicht.