Soll ich? Soll ich nicht?" Ilse Külper hat lange überlegt und sich dann entschieden: Sie erzählt Kindern und Kindeskindern die Geschichte ihres Lebens – mit dem Witz der Hamburgerin, auch dort, wo das Leben nicht zum Lachen war. Solch ein Erlebnis ist die Nacht der Bombardierung: Im brennenden Hamburg sieht Külper als Einundzwanzigjährige auf dem butterweichen Asphalt die Toten. "Ein Mensch ist nur noch so groß wie eine Gans, wenn er verbrannt ist." Die junge Frau rettet sich durch einen Sprung von der Brücke "in voller Kledasche" in einen Kanal. Mit viel Courage führt sie einen Trupp Flüchtlinge aus der Stadt.

So viel Selbstbewusstsein kann auch verschüchtern. Jahre später, als die gelernte Fischverkäuferin längst bei der Reichsbank arbeitet, erkundigt sich eine Freundin, warum sie nicht verheiratet sei. "Mich will keiner", sagt Külper. "Ich bin zu reich, zu frech, zu selbstständig; ich habe alles. In gemachte Nester will sich keiner setzen." Die Freundin nutzt das Matjes-Essen eines Männerchors, um sie zu verkuppeln. Unter den stimmgewaltigen Herren entdeckt Ilse "Kurdi", der sie zum Tanz auffordert. Mit vierzig Jahren heiratet sie doch noch. Und widmet "der wunderbarsten Begegnung in meinem Leben", dem kürzlich verstorbenen Mann, ihr Erinnerungsbuch.