Washington

Als der Film Black Hawk Down Ende 2001 in die Kinos kam, verwandelte Amerikas Rechte die Washingtoner Premiere in eine Kabinettssitzung. Sogar der Verteidigungsminister, als Kinofreund zuvor kaum aufgefallen, erschien. Die Botschaft war klar: Niemals würde sich unter konservativer Führung das Debakel vom Oktober 1993 wiederholen, als Rebellen in Somalia einen Black-Hawk-Hubschrauber abschossen, 18 Soldaten töteten und die US-Truppen daraufhin abzogen. Schwäche ermutige den Gegner und gebäre Terrorismus, trompeteten die Rechten.

Seit vergangenem Sonntag heißt die Frage, wie der nächste Film ausgehen wird.

Er könnte heißen: Chinook Down. Ein anderer Krieg, ein anderer Hubschraubertyp, wieder viele Tote und auch sonst fatale Ähnlichkeiten.

Spätestens seit dem Helikopter-Abschuss vom Wochenende wird der Ruf immer lauter: "Wann kommen unsere Jungs heim?" Damals in Somalia wollte eine Mehrheit der Amerikaner den Abzug der Truppen aus einem Konflikt, dessen Ziel sie nicht mehr verstanden. So ist es jetzt wieder. Bei den Friedensdemonstrationen verbrüdern sich inzwischen Kriegsgegner mit Militärangehörigen. Nach jüngsten Umfragen lehnt jetzt erstmals eine hauchdünne Mehrheit der Amerikaner die Irak-Politik ihres Präsidenten ab.

"Bis Weihnachten", prophezeit der demokratische Senator Joseph Biden, "haben wir eine Zweidrittel-Mehrheit für den Abzug aus dem Irak."

Und nach Weihnachten beginnt das Wahljahr. Wächst dann der Druck weiter, ist nur noch fraglich, welche Partei sich zuerst dem Abzugspopulismus ergibt.