Gerd Fesser: Reichskanzler Fürst von Bülow. Architekt der deutschen Weltpolitik, Militzke Verlag, Leipzig 2003, 255 S., 24,80 e

Bernhard von Bülow, der dritte Reichskanzler nach Bismarck (1900 bis 1907), war der wilhelminische Politiker par excellence. Er war erpicht auf eine deutsche Weltmachtstellung, und er beherrschte die Kunst, Kaiser Wilhelm II.

mit seinen Schmeicheleien zu umgarnen, wie kein Zweiter. Gerd Fesser schildert in seiner wohltuend unaufgeregten Biografie (eine erweiterte und überarbeitete Neuausgabe seines Buches von 1991) den Lebensweg dieses Mannes, der mit seinen Denkwürdigkeiten (1931/32) der wilhelminischen Hofgesellschaft (und damit sich selbst) einen entlarvenden Spiegel vorhielt.

Manfred Vasold: Florence Nightingale. Eine Frau im Kampf für die Menschlichkeit, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2003 - 261 S., 22 e

"Nur wenige Leben verliefen nutzbringender und anregender als ihres", rief ihr die New York Times nach, als sie am 13. August 1910, in hohem Alter von 90 Jahren, sanft entschlafen war. Florence Nightingale, Tochter eines englischen Edelmannes, hatte die Rolle der "höheren Tochter" nie akzeptiert.

Während des Krimkrieges 1854 bis 1856 erlebte sie als Krankenpflegerin das Elend der verwundeten Soldaten. Seitdem engagierte sie sich für grundlegende Verbesserungen in der medizinischen Versorgung. Manfred Vasold erzählt in seinem lebensvollen Portät die Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau, deren Menschlichkeit uns heute mehr denn je ein Vorbild sein kann.