DIE ZEIT: Sie sind Leiterin des Urologischen Zentrums in Hamburg. Was sind die größten Vorurteile über die Urologie?

Margit Fisch: Viele glauben, man stünde bis zu den Knien in Urin, man würde nur impotente Männer oder Männer mit Prostataleiden behandeln. Manche nennen die Urologie auch Pipi-Fach oder Urin-Fach.

ZEIT: Und was ist die Wahrheit?

Fisch: Die Urologie ist eine kleine, dafür aber übersichtliche und sehr vielseitige Wissenschaft. Sie befasst sich mit den Erkrankungen der Nieren, des Nierenbeckens, der Harnleiter, der Harnblase und der Geschlechtsorgane. Wir haben sehr viele Frauen und Kinder als Patienten. Ich beschäftige mich vor allem mit rekonstruktiver Urologie. Das heißt, ich behandele Menschen, die bei einem Unfall verletzt wurden. Oder ich operiere Kinder mit angeborenen Fehlbildungen.

ZEIT: Woher kam die Faszination für das Fach?

Fisch: Ich habe nie eine Urologie-Vorlesung verpasst. Ich hatte immer sehr gute Professoren, die das Fach gut vermitteln konnten. Mir hat besonders gefallen, dass die Urologie so übersichtlich ist. Im praktischen Wahlfach hatte ich mich eigentlich für Gynäkologie entschieden. Weil da aber schon zu viele waren, hat man mich zur Urologie geschickt. Da spätestens hat mich die Leidenschaft fürs Fach angesteckt.

ZEIT: Haben Sie Ihre Entscheidung je bereut?