Na bitte: Die amerikanische Job-Lokomotive ist wieder angesprungen und hat im Oktober endlich mehr Jobs geschaffen: Laut Statistik 126 000 Stellen, Arbeiter in der Landwirtschaft nicht mitgezählt. Doch kann man das schon als "Kehrtwende" feiern? Als "Ende des jobless growth", vor dem Ökonomen zuletzt gewarnt hatten? Ein paar Zweifel sind angebracht. Das größte Problem ist, dass die US-Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter aus demografischen Gründen weiterhin viel schneller wächst als die Zahl der Jobs. Um mit diesem Wachstum Schritt zu halten, hätte die Zahl der Arbeitsplätze statt um 126 000 um 150 000 zulegen müssen. Und der "Beschäftigungs- und Wachstumsplan" George W.

Bushs sollte seit dem Sommer eigentlich 306 000 Jobs im Monat schaffen, so hatten es die Berater des Präsidenten noch im Februar verkündet. Doch das nur am Rande.

Dass die Arbeitslosenquote im Oktober nahezu unverändert bei sechs Prozent stehen blieb, hat noch eine andere Ursache: Eine Rekordzahl Arbeitsloser meldet sich gar nicht mehr zur Stellensuche - teils aus Frust, teils weil die vielen nun angebotenen Billig- und Teilzeitjobs ihre Familien sowieso nicht ernähren würden. Hätte man diese "verschwundene Arbeitsbevölkerung" mitgezählt, rechnet das Washingtoner Economic Policy Institute vor, läge die Quote bei 7,4 Prozent oder mehr. Beim kommenden Aufschwung wird diese Reservearmee wieder in Jobs drängen. Die Arbeitslosenquote weiter zu senken wird daher schwieriger, als es die Statistik vermuten lässt.