Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass Amerikas Scheitern im Irak auch die Europäer träfe. Das Problem ist nur: Dieser Krieg kann nicht gewonnen werden, egal wie viel die Europäer spenden oder wie viele Truppen sie senden mögen. Warum? Weil Irak die künstliche Kreation des einstigen britischen Weltreiches ist. Saddam Hussein war nichts als der Korken auf einer Flasche. Der Korken ist nun weg - und der Geist raus, und niemand kann ihn mehr einfangen. Die Amerikaner kämpfen aus den falschen Gründen auf verlorenem Posten. Auch ein europäischer Sinneswandel könnte daran überhaupt nichts ändern.

Roy U. Rojas Wahl, Teaneck, NJ, USA

Der Krieg im Irak ist nicht mit der Absicht geführt worden, Demokratie in den Nahen Osten zu bringen. Diese nachträglich eingeführte Legitimation steht zudem im Widerspruch zur Wahl der Mittel. Von Anfang an hat die Bush-Administration klar gemacht, den Irak-Krieg auch unilateral zu führen: Demonstration ihrer Hegemonie nach dem Ende des Kalten Krieges. Die neue Weltordnung: Bislang halten die USA es nicht für nötig, sie in Kooperation auszuhandeln. Wird dieser "arrogante" Weg weiter beschritten, verspielt sie sich nicht nur die Sympathie im Nahen Osten. Es geht nicht nur um Hilfe für den Wiederaufbau, sondern um die zukünftige Machtteilung und Konfliktführung.

Thomas Rösser, Offenburg

Selbstverständlich muss die internationale Gemeinschaft Verantwortung übernehmen für Menschen im Irak. Aber ebenso selbstverständlich müssen die USA zuvor das Ausmaß ihres desaströsen Alleingangs anerkennen. Wer das nicht zur Bedingung macht, propagiert ein internationales Faustrecht.

Christoph Maurer, Tübingen