Wenn die Zunft der Hi-Fi-Geräte-Verkäufer einen Wahlspruch hätte, er handelte zweifellos von der Kette, die nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Jedes Mal ertönt er, wenn wir beim Einkauf leichtfertig die Annahme äußern, diese oder jene Komponente unserer Anlage sei doch nicht so wichtig. Nur im Bereich der Kabel und Stecker bleibt einem diese Belehrung mitunter erspart. Denn die gelten mangels Vorzeigbarkeit als weniger gut verkäuflich. Dabei wussten Audiophile schon lange vor der Öffnung des Energiemarktes, dass es guten und schlechten Strom gibt, weil auf dem Weg vom Kraftwerk zum Lautsprecher unzählige Störquellen den Klanggenuss trüben. Für das, was bis zur Steckdose anfällt, gibt es nachgeschaltete Filter, für die verbleibenden Meter Hi-End-Kabel wie die von Ray Kimber. Die "Select"-Serie des Amerikaners gilt als aufwändigste ihrer Art, gefertigt "mit Stolz", aber auch mit Walnussholz, Aluminium, Silber, Teflon und etlichen anderen, teils selbst entwickelten Materialien, die nach patentierten Verfahren von Hand verarbeitet werden. Unsere Abbildung zeigt das Spitzenmodell der Lautsprecherkabel, das KS-3038. Allein der Umfang, den nur Banausen mit dem eines Gartenschlauchs vergleichen würden, ist ehrfurchtgebietend. Eine Beurteilung des Klangs ist uns in Ermangelung gleichstarker Kettenglieder nicht möglich. Wir zitieren darum aus der Produktbeschreibung: "Das KS-3038 markiert den klanglichen Maßstab für ein jedes Lautsprecherkabel auf diesem Planeten. Klangfarbenreichtum, Instrumente, Stimmen, Plastizität der Klangbühne, Tiefe, Konturierung, Details, Transparenz, Timbre, Ausdruck, Abbildungsgenauigkeit werden mit emotional mitreißender Perfektion dargeboten." Nur eines kann man mit billigen Strippen besser: den CB-Funk des Nachbarn mithören.