Offensichtlich gibt es für deutsche Ökonomen attraktivere Posten als die Leitung eines Forschungsinstituts. Beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) dauerte die Suche nach einem Präsidenten drei Jahre. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft ist seit dem Frühjahr ohne Chef - drei Kandidaten lehnten nacheinander einen Ruf ab. So weit soll es beim Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) nicht kommen. Dort tritt zum Jahresende Rüdiger Pohl (59) nach zehn Jahren ab, um sich auf seine Arbeit als Hochschullehrer zu konzentrieren. Nachfolger soll der Freiburger Ordinarius Bernd Raffelhüschen (46) werden, der jetzt einen Ruf erhielt. Pohl hofft, dass Raffelhüschen, der sich vor allem auf dem Gebiet der Sozialpolitik einen Namen gemacht hat, noch vor Jahresende zusagt. Nicht nur von Raffelhüschens Qualifikation als Wissenschaftler hält Pohl viel, sondern auch von dessen Erfahrung in der Politikberatung. Raffelhüschen, erprobt in zahlreichen Talkshows, war zuletzt Mitglied der Rürup-Kommission.