Der Palast der Republik, stolzester Bau der DDR in Berlin, wird abgerissen. Die Kommandantur, kleinster Bau der Preußen in Berlin, ist wieder aufgerichtet worden. Bertelsmann AG und Bertelsmann Stiftung haben sich die Rekonstruktion zu Repräsentationszwecken gegönnt. Das ist der Vorzug der Privatwirtschaft, dass sie sich endlosen öffentlichen Debatten, wie sie um das Ende des Republikpalastes und seinen möglichen Ersatz durch eine Stadtschlosskopie geführt wurden, nicht aussetzen muss. Trotzdem wirkt Bertelsmann nicht glücklich in dem Haus. Der moderne Innenausbau drückt und zwickt an allen Ecken und Enden. Bertelsmann ist ein Riese, der sich in ein Mäuseheim gezwängt hat. Das gewünschte Repräsentationsmobiliar ist viel zu groß, es musste von allem eine Bonsai-Variante erstellt werden. Preußen war nicht Gütersloh. Es war arm, es dachte nicht global und verdiente nicht global. Anders die DDR. Sie hatte überall schon Weltniveau erreicht. Wären Bertelsmann, die Stadt Berlin und der Bund, der den Abriss des Palastes wesentlich bezahlen muss, nicht alle zusammen besser beraten gewesen, wenn der Palast der Republik erhalten geblieben und der Konzern eingezogen wäre?

Er ist groß genug für Bertelsmann, er sieht aus wie Bertelsmann, er war recht eigentlich der Bertelsmann der DDR. Die Ödfläche in der Berliner Mitte wächst und wächst mit jedem Abriss. Es gibt so viel Platz in der Stadt. Aber offenbar nicht für glückliche Lösungen.