Ist es der CSU gelungen, das Wundertier zu züchten, von dem einst ihr Altvorderer Franz Josef Strauß sprach - "die Kuh, die im Himmel frisst und auf der Erde gemolken wird"? Zumindest klingen die neuen Rentenpläne, die CSU-Parteichef Edmund Stoiber am kommenden Montag der Öffentlichkeit präsentieren will, ganz danach.

Während alle Welt von Nullrunden für Rentner oder drohenden Beitragserhöhungen für die Berufstätigen redet, verspricht die CSU den Eltern das Gegenteil: niedrigere Beiträge und höhere Renten. Doch auch die CSU hat keine geheimen Finanzreserven in den leeren Rentenkassen entdeckt. Für das, was die Eltern nach den Vorschlägen der Christsozialen zusätzlich bekommen sollen (pro Kind monatlich 50 Euro Beitragsrabatt und im Alter einen Rentenzuschlag von 100 Euro), sollen die kinderlosen Beitragszahler zusätzlich bezahlen.

Ist das nicht gerecht? Schließlich ist der Zusammenhang von Bevölkerungsentwicklung und langfristigen Finanzproblemen der Rentenversicherung nicht zu leugnen. Weil es am Nachwuchs mangelt, gibt es in Zukunft immer weniger Aktive, die mit ihren Beiträgen die Renten für immer mehr Alte bezahlen. Doch um es für Junge attraktiver zu machen, Kinder in die Welt zu setzen, genügt nicht die Aussicht auf einen Rentenbonus im Alter. Da ist der Staat insgesamt gefordert, beispielsweise mit Kinderkrippen und Ganztagsschulen. Und für eine gerechte Umverteilung der finanziellen Lasten müssen die Steuern sorgen.

Die Renten hingegen sollen das Alter sichern. Um Familienpolitik zu betreiben und Stoibers Ruf als Reformpolitiker aufzupolieren, sind sie ungeeignet.