Die wichtigsten Fakten

- Im Jahr 1990 lebten in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara weniger als eine Million Kinder, die ein oder beide Elternteile durch AIDS verloren hatten. Bis Ende 2001 stieg die Zahl der AIDS-Waisen auf rund 11 Millionen Kinder- und Jugendliche an. Dies sind 80 Prozent al-ler AIDS-Waisen auf der Welt. Die Hälfte der AIDS-Waisen ist heute zwischen 10 und 15 Jahre alt.

- Die Waisen-Krise wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. UNICEF schätzt, dass die Zahl der AIDS-Waisen in Afrika bis zum Jahr 2010 auf 20 Millionen ansteigen wird.

- Die AIDS-Epidemie zerstört Familien und lässt die überlebenden Kinder weitgehend schutzlos zurück. Am Beginn der Pubertät und des Jugendalters haben sie nach dem Tod ihrer Eltern keine Orientierung und Unterstützung mehr. Sie sind besonders von Mangelernährung sowie wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung bedroht.

- Schon vor dem Tod ihrer Eltern leiden die Kinder an den Folgen von AIDS. Sie erleben das langsame Sterben ihrer nächsten Angehörigen, die wachsende Armut ihrer Familien und die Ausgrenzung ihrer Familien. Häufig brechen sie die Schule ab, weil sie ihre Eltern pflegen und auch noch arbeiten gehen müssen.

- Das Ausmaß der Waisen-Krise überfordert die traditionelle Solidargemeinschaft aus Verwandten und Dorfgemeinschaft. Die größte Last tragen Frauen, insbesondere die Großmütter. Häufig werden die Kinder zu immer weiter entfernteren Verwandten weitergegeben. Vielfach werden Geschwister getrennt. In den größeren Städten schlagen sich immer mehr Kinder allein auf der Straße durch.

- Die Waisen-Krise ist nicht nur eine Tragödie für die betroffenen Kinder, sondern bedroht zusehends die wirtschaftliche und soziale Stabilität der Länder im südlichen Afrika. Millionen mehr oder weniger sich selbst überlassener Kinder und Jugendliche sind nicht ausreichend darauf vorbereitet, Verantwortung zu übernehmen und eine produktive Rolle in ihren Gesellschaften zu übernehmen.