Wirtschaftskrise hin, Urlaubs- und Weihnachtsgeldkürzungen her: Wenigstens das Spitzenpersonal der deutschen Wirtschaft muss nicht leiden. Die Aufsichtsratsmitglieder der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften haben im Jahr 2003 um rund 13 Prozent höhere Gesamtbezüge erhalten als im Vorjahr. Das ist das Ergebnis der Studie Aufsichtsratsvergütung der Beratungsfirma Towers Perrin. Bestbezahlter Aufsichtsratschef eines Dax-Wertes ist wie schon im Vorjahr Giuseppe Vita. Der Oberaufseher des Berliner Pharmakonzerns Schering strich 390 000 (Vorjahr 343 000) Euro ein.

Auf Platz zwei landete wie im Vorjahr Justus Mische, er erhielt vom Bad Homburger Pharmaunternemen Altana 359 500 Euro für seine Dienste.

Schlusslicht in der Riege der AR-Chefs bei den Großunternehmen ist Martin Kohlhaussen von der Commerzbank, der mit 39 050 (50 070) Euro sogar eine "Lohnkürzung" in Kauf nehmen musste.

Interessanter Befund der Studie: Die Vergütungen nähern sich an. Im Jahr 2002 verdiente Scherings Vita noch 16-mal mehr als der am niedrigsten entlohnte - in diesem Jahr nur noch 10-mal so viel. Michael Kramarsch, Partner bei Towers Perrin, prophezeit: "Die schlecht zahlenden Firmen werden sich den gut zahlenden anpassen."