Er ist so etwas wie der Rebell der Sparkassenorganisation: Haspa-Chef Karl-Joachim Dreyer. Der Chef der größten deutschen Sparkasse hat sein Haus in eine Aktiengesellschaft umgewandelt - was beim Verband gar nicht gut ankommt. Er wollte den Sparkassenteil der Bankgesellschaft Berlin übernehmen, also fernab von Hamburg investieren. Und vor kurzem arbeitete die Haspa sogar an der Übernahme der privaten Vereins- und Westbank.

Dreyer, 61, kann auch deshalb so unabhängig handeln, weil er eine freie Sparkasse führt: Die Haspa gehört nicht wie andere Sparkassen einer Kommune, sondern sich selbst. Die 176 Jahre alte Bank war ursprünglich eine "juristische Person alten hamburgischen Rechts" - im vergangenen Jahr wurde der Bankbetrieb in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert.

Womöglich wird die Umwandlung in eine AG nun zum Modell für andere Sparkassen. Der Schlüssel dafür liegt in Stralsund: Dort entschied das Stadtparlament vergangene Woche, die örtliche Sparkasse zu verkaufen.

Commerzbank und die schwedische SEB haben Interesse signalisiert, nun tobt ein Rechtsstreit. Mecklenburg-Vorpommerns Finanzministerin Sigrid Keler will die Privatisierung verhindern - laut Sparkassenverband DSGV steht der Stralsunder Beschluss im Widerspruch zu geltendem Recht und werde daher keinen Bestand haben.