Michael Buselmeier: Amsterdam. Leidseplein - Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2003 - 176 S., 18,90 e

In diesem Buch ist der Heidelberger Dichter Michael Buselmeier (Jahrgang 1938) der glücklichste Pechvogel und der heroischste Hypochonder, den man sich vorstellen kann. Pech hat er, weil er elend einsam in einer Amsterdamer Stipendiatenwohnung sitzt - Glück, weil er auf seinen Spaziergängen die wunderbarsten Alltagsminiaturen malt und aus seinem Dachfenster die schönsten Frauengestalten im Haus gegenüber erblickt. Ein Hypochonder ist er, weil ihn die ersten Altersleiden plagen und der allgemein schlechte Stand der Dinge - heroisch ist er, weil er die hängende Nase immer wieder neugierig in die Gegend reckt. Aber vielleicht ist dieser Amsterdamer Flaneur gar nicht Buselmeier selbst, sondern ein apartes Alter Ego? Egal, beide Schriftsteller jedenfalls, der Amsterdamer wie der Heidelberger, besitzen diese schlecht gelaunte Hingabefähigkeit, diese lebhafte Beobachtungslust, diese melancholische Intelligenz, gepaart mit einer seltenen Sprachfähigkeit, sodass man die 150 Seiten angeregt wegliest.