Die skandalöse Höhe der Spitzenvergütungen liegt meiner Meinung nach im Kern in der Tatsache, dass nicht mehr der Eigentümer seinen Gewinn großzügig verteilt, sondern Aufsichtsräte - nicht ohne Eigennutz - über fremdes Geld skrupellos verfügen. Appelle werden hier wenig helfen. Warum kann man im Aktienrecht nicht festlegen, dass Spitzenvergütungen das Zehnfache des Durchschnittseinkommens eines mittleren Angestellten nicht überschreiten dürfen?

Prof. Dr. Rudolf Rass, Berlin

Schmidts Managerschelte: besser als seinerzeit Herzogs "Ruckrede", außerdem genau so notwendig, eher noch wichtiger. Doch blieb sie bisher fast ohne Echo. Dagegen finden die Ergüsse so genannter "Super-Stars" - versehen mit dem alles entschuldigenden Prädikat des angeblich Kulturellen - Platz in jeder Gazette, auch der sich seriös gebenden. Fixe Manager statt verantwortliche Verleger und Chefredakteure haben auch hier inzwischen das Ruder in der Hand.

Öffentliche Institutionen sind, wie der neuste Fall Bundesanstalt für Arbeit zeigt, vor Möchte-gern-wie-Schrempsein-Managern inzwischen auch nicht gefeit.

Hier Befriedigung der Raffgier mit dem Geld der Versicherten - unter gleichzeitiger Ankündigung, deren Ansprüche seien nicht finanzierbar. Dort die große Geldvernichtung zum Schaden der Aktionäre, erreicht durch lüsternes Streben nach "Weltmacht". Waffen für alle Rechtfertigungen sind dann die (offenbar von Gott oder der Evolution erzwungene?) Globalisierung, die Wunder schaffenden Synergie-Effekte, der heilige technische Fortschritt oder - wenn gar nichts mehr hilft - das immer greifende Totschlag-Argument "Wir müssen Arbeitsplätze schaffen".

Walter Manzey, Itzehoe

Dem von mir sehr geschätzten Altbundeskanzler kann ich nur zustimmen. Es gibt zu viel Eitelkeit, Machtgier und auch Geldgier in der Wirtschaft. Man muss sich aber davor hüten, die berechtigte Kritik an den Auswüchsen unserer Wirtschaftsordnung zu einer Kritik am System selbst werden zu lassen. Alle von Helmut Schmidt aufgeführten Beispiele sind solche menschlichen Fehlverhaltens.