Die deutsche Bio-Tech-Branche verliert einen ihrer Hoffnungsträger. Zum Jahresende will Friedrich von Bohlen sein Amt an der Spitze der Heidelberger Bioinformatikfirma Lion niederlegen. Die Firma, von ihrem Gründer als "SAP der Gesundheitsbranche" vermarktet, galt während des BioTech-Booms als die Erfolgsgeschichte schlechthin. Eine Forschungskooperation mit dem Leverkusener Bayer-Konzern und der Börsengang im Jahr 2000 spülten dem jungen Unternehmen jede Menge Geld in die Kasse. Doch danach tat sich das Unternehmen schwer, die hoch fliegenden Erwartungen zu erfüllen.

Folgeaufträge blieben rar, der Umsatz schrumpfte. Von knapp 600 sind heute nur rund 180 Mitarbeiter übrig, jetzt geht auch der Gründer. Und die Branche rätselt, ob Lion unter der Führung der Vorstände Martin Hollenhorst und Daniel Keesmann noch der Durchbruch in die Gewinnzone gelingt oder aber seine Unabhängigkeit einbüßt. Auch große Konzerne wie IBM versuchen nämlich, in der Bioinformatik Fuß zu fassen.