Also nein, pfui! Das war wirklich nicht fein vom Stoiber Edmund, so was über einen Kranken zu sagen. Er glaube nicht, dass der Nationalfußballer Sebastian Deisler, der zurzeit wegen einer Depression pausieren muss, noch einmal für Bayern München spielen werde. Der Mann sei, so der bayerische Landesvater, "dem Druck nicht gewachsen" und daher "eines der größten Verlustgeschäfte, die der FC Bayern je gemacht hat". Na ja, irgendwie stimmt das ja. Schließlich hat sein Einkauf aus Berlin vor anderthalb Jahren den deutschen Meister schlappe 9,5 Millionen Euro gekostet.

Aber das derart brutal materialistisch auszudrücken, "so etwas tut man nicht", wie der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget umgehend verlauten ließ. Die Grünen-Vorsitzende Theresa Schopper erklärt uns, warum: "Stoiber offenbart ein erschreckendes Menschenbild, bei dem anscheinend nur zählt, was sich in Euro und Cent rechnet." Obwohl: Letztere verdient der Erkrankte, außer Mitgefühl, ja schon auch, und gar nicht mal knapp.

Außerdem hat Deisler selbst öffentlich erklärt, dass seine Schwermut vom Stress der zu großen Popularität herrühre. Den könne sich "ein Normalmensch nicht vorstellen". Normalmenschen wie der Herr Maget und die Frau Schopper, zum Beispiel. Andererseits müsste sich doch gerade der Herr Stoiber seit der Bundestagswahl 2002 durchaus vorstellen können, wie man sich als teurer Fehleinkauf fühlt. Gleichwohl spielt er schon längst wieder kräftig mit. Das hätte damals ja auch keiner gedacht.