"Bildung ist ein Geschenk, das eine Generation der nächsten macht", so John Hennessy, Präsident der renommierten Stanford University/USA. Genau an dem Punkt könnte die deutsche Politik ansetzen. Denkbar wäre zum Beispiel, die Bildung durch dem Einkommen angeglichene Abgaben zu finanzieren oder für Ausbildung gedachte Geldanlagen ähnlich dem Bausparen zu unterstützen. Eine weitere Denkvariante wäre, die Studiengebühren analog der Bafög-Rückzahlung erst nach Beendigung des Studiums von den dann ehemaligen Studenten einzufordern. Während des Studiums den Betrag aufzubringen hieße für viele Studenten, noch mehr nebenher jobben zu müssen.

Ricarda D. Herbrand, Jena

Als Privatdozent im Fach Germanistik an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität lehre, berate und prüfe ich ohne feste Anstellung.

Trotz fehlender Entlohnung und ungesicherter Zukunftsperspektive empfinde ich meine Tätigkeit als sehr befriedigend, ja, als (meistens) ausgesprochen erfreulich. An der im Artikel skizzierten Lage ändert das freilich nichts. Im Gegenteil: Ich beobachte eine Ausbreitung von Frustration und Lähmung bei allen an der Massenuniversität Beteiligten. Viele Studierende wünschen "Forderung und Förderung", fühlen sich jedoch von den hochschulpolitischen Rahmenbedingungen zu anonymen Nummern degradiert. Ihren Teil tragen auch Dozenten bei, deren beruflicher Lebensmittelpunkt nicht die Universität und schon gar nicht Lehre und Beratung sind. Das Privileg lebenslanger Absicherung ist für eine nicht ganz kleine Minderheit ein sicheres Ruhekissen. Neben der miserablen Ausstattung mit Personal keine günstige Disposition für die Umkrempelung und Kreation von Studiengängen, die ja eine ganz neue Dimension von Betreuung erfordern.

Dr. Johann Roskothen, Düsseldorf

Als emeritierter Professor, der vier Jahre Dekan einer großen Fakultät war und viele weitere Hochschulämter im Verlauf seiner Berufszeit innehatte, kann ich im Blick zurück auf diese Zeit Gero von Randows Zustandsbericht über die deutschen Unis nicht nur voll zustimmen, sondern ihn an manchen Stellen sogar noch als recht zurückhaltend bezeichnen. Das Universitätsmanagement verdient mit leider nur wenigen Ausnahmen das Urteil "dilettantisch". Ganz besonders ist davon die Finanzplanung betroffen. Das viel zu wenige Geld für die Universitäten wird auch noch viel zu uneffektiv ausgegeben. Solange dieser Missstand besteht, gibt es keinen Anlass zur Erhebung von Studiengebühren, weil diese Gelder, selbst wenn sie unmittelbar an die Universitäten flössen, kaum effektiver eingesetzt würden als die jetzigen knappen Mittel.

Prof. em. Dr. Jürgen Schnakenberg, Roetgen-Rott