GrundVZÜV.

Man fragt sich ja bisweilen, was der Bundesrat tut, wenn Deutschland gerade einmal nicht in nächtlichen Sondersitzungen des Vermittlungsausschusses gerettet werden muss. Dann haben die Vertreter der 16 Länder so spannende Dinge zu behandeln wie die Bundesratsdrucksache 772/03, eine Vorlage des Bundesministeriums der Justiz. Sie trägt einen Namen, wie er auch alten Hasen in der Länderkammer noch nicht untergekommen ist: Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung. Ein Wort mit 67 Buchstaben. Nicht weniger eindrucksvoll klingt die Abkürzung: GrundVZÜV. Die Verordnung verordnet, dass künftig nicht mehr der Oberfinanzpräsident der Oberfinanzdirektion Berlin zuständig ist, sondern das Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen, die gemäß õ 2 der Grundstücksverkehrsordnung erforderlichen Grundstücksverkehrsgenehmigungen für Geschäfte mit Grundstücken einstiger volkseigener Betriebe der DDR zu erteilen. Ein kürzerer Name für die Verordnung hätte vermutlich unzulässig vereinfacht. Beruhigend, dass - wie es in der Drucksache heißt - "die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden durch die Verordnung nicht mit zusätzlichen Kosten belastet" werden.

Die letzte Chance.

Allmählich sterben sie aus. Davor soll ihnen noch Recht widerfahren. Das Simon-Wiesenthal-Center startet - unterstützt von Simon Wiesenthal persönlich - dieser Tage die lange angekündigte "Operation letzte Chance". Ziel der Aktion ist es, noch einmal intensiv nach den letzten Kriegsverbrechern des Nazi-Regimes zu fahnden. "Die meisten Nazi-Mörder blieben unbehelligt", heißt es in Zeitungsinseraten, mit denen die Suche nach noch nicht gefassten NS-Tätern verstärkt werden soll. Für jeden Hinweis, der zur Ergreifung eines Nazi-Kriegsverbrechers führt, werden 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Informationen können an das Simon-Wiesenthal-Center, Mendele Street 1, 92147 Jerusalem, gerichtet werden.

Gnade für Grimbart.

Waidmannsheil! Hohe Politiker tun es, der Adel tut es, und der kleine Jägersmann steht auch um nichts nach. Schießen in Deutschlands Wäldern ist Volkssport. 47 000 Dachse, 13 000 Wiesel, 12 000 Iltisse und 11 000 Rebhühner sind im vergangenen Jahr deutschen Jägern zum letzten Mal vor die Flinte gelaufen. Ist das wirklich notwendig? Der Deutsche Naturschutzring fordert eine Reform des Bundesjagdgesetzes. Jagd solle nur noch dann zulässig sein, wenn Tierarten nicht in ihrem Bestand gefährdet sind und eine Verringerung des Bestandes aus ökologischen oder anderen zwingenden Gründen geboten ist.