DIE ZEIT: Herr Huber, wenn das in drei Sätzen geht: Was ist soziale Gerechtigkeit?

Berthold HUBER: : Soziale Gerechtigkeit ist der Ausgleich zwischen jenen, die mehr, und jenen, die weniger haben. Die Stärkeren müssen größere Lasten tragen als die Schwächeren. Soziale Gerechtigkeit ist aber auch Beteiligung am Fortschritt und Chance zur Teilhabe.

ZEIT: Hat sich für Sie diese Definition verändert?

HUBER: : Ja. Wie man soziale Gerechtigkeit konkret definiert, hat sich in einer Welt, die weniger vom Nationalstaat bestimmt ist, verändert. In einer älter werdenden Gesellschaft muss außerdem der Ausgleich zwischen Alt und Jung neu bedacht werden. Schließlich: Wer heute über Teilhabe nachdenkt, der landet sofort beim Thema Bildung und Weiterbildung.

ZEIT: Muss sich auch die Politik verändern?

HUBER: : Selbstverständlich. Wie soziale Gerechtigkeit geschaffen wird, muss man immer wieder neu herausfinden.

ZEIT:Gerhard Schröder versucht das. Deshalb die Agenda 2010. Was ist daran falsch?