Inseln von jadegrünen Wellen des Pazifiks umspült, weiße Strände und Menschen in bunten Tüchern, Traumbilder vom irdischen Paradies, so freundlich und unbeschwert. Das Klischee von der Südsee lebt unverdrossen weiter. Der Mythos von der glücklichen Inselwelt Ozeaniens haftet so stark, dass die Wirklichkeit kaum zur Kenntnis genommen wird. In Wahrheit belasten ethnische und soziale Spannungen die Inselbewohner. Das Überseemuseum in Bremen bietet jetzt die wunderbare Gelegenheit, das falsche Traumbild zu korrigieren und sich dennoch an den Schönheiten Ozeaniens zu erfreuen. Natürlich gibt es Typisches zu sehen wie Masken und Muschelschmuck, doch mit einem neuen Konzept verabschiedet sich das Museum von perfekter Exotik und gewohnter Vitrinenausstellung. Stattdessen werden die Besucher auf die Reise geschickt durch eine dreidimensionale Weltkarte. Man macht Station auf 13 Inseln, entdeckt die Vielfalt der Region, sieht allerlei Objekte, die vom Alltag erzählen, und erlebt die unerhört bunte Unterwasserwelt Ozeaniens (unser Bild). Wer noch Fragen hat, etwa wie die Besiedlung verlief, wovon die Leute leben oder wann der Tourismus begann, kann Informationen an Terminals abrufen. Nicht nur an Wissbegierige wurde gedacht, sondern auch für Genießer gesorgt: Sie können in Nischen Südseeklängen lauschen.A.M.

"Ozeanien – Lebenswelten in der Südsee". Dauerausstellung im 1. Lichthof des Überseemuseums Bremen, Bahnhofsplatz 13. Geöffnet: Di–Fr 9–18 Uhr, Sa + So 10–18 Uhr, Eintritt 6 Euro. Auskunft: Tel. 0421/ 16038190, www.uebersee-museum.de