Mit gemischten Gefühlen beobachten die Hersteller der Geräte das Geschehen. Einerseits sind sie voller Anerkennung für das innovative Modell. Anderseits fürchten sie um die Qualität und Sicherheit der gebrauchten Handys, auf denen schließlich ihr Name steht. Eine Sprecherin von Nokia sagt kurz und bündig: "Wir arbeiten mit Greener Solutions nicht zusammen und verkaufen keine Geräte zweiter Wahl." Man bevorzuge ein Materialrecycling. Bei Motorola fällt der Kommentar nicht ganz so harsch aus. "Greener Solutions hat eine Marktlücke entdeckt," sagt Siegfried Pongratz, Direktor des Advanced Technology Centers Europe. Aber auch er gibt zu Bedenken: "Wir wissen nicht, wo die Geräte landen."

Ironie der Geschichte: Motorola hatte sich schon vor etlichen Jahren dafür stark gemacht, ein umweltfreundliches Öko-Handy zu bauen, um die Entsorgung einfacher und kostengünstiger zu gestalten. Doch diese Idee fand bei den Konkurrenten nicht viel Anklang; der Alleingang schien wenig aussichtsreich. Und so tut sich der rührige Branchenverband Bitkom noch heute schwer, die Produzenten beim Handy-Recycling auf eine gemeinsamen Nenner zu bringen. Nur eines scheint allen klar: "Eine wilde Entsorgung will keiner," sagt Mario Tobias von Bitkom. Deshalb treibt etliche unter ihnen nun die Sorge um, nicht nur von Greener Solutions, sondern auch von negativen Schlagzeilen eingeholt zu werden. Irgendwann, so fürchten sie, könnte der Vorwurf laut werden, man verlagere sein Elektronikschrott-Problem einfach ins Ausland.

Armstrong-Bell findet, dass derlei Ängste unbegründet sind. Er versteht sich als Dienstleister und bietet auch den Herstellern an, ein gemeinsames Konzept zu entwerfen, das ihren Wünschen entspricht. Aber es sei eben alles eine Frage der Kosten-und-Nutzen-Rechnung, so der findige Unternehmer.