Zu den Liedern auf Ihrer neuen CD gehören "Alle Vögel sind schon da" und "Aber Heidschi Bumbeidschi". Wenn Sie diese Lieder singen, denken Sie an Ihre Kindheit zurück?

Schon meine Mutter hat mir immer vorgesungen. Das war ein Ritual, das ich bei meinen Kinder beibehalten habe – so, wie man sich das vorstellt: "Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!" Heutzutage ist es still geworden in deutschen Kinderzimmern, der Fernseher läuft als Babysitter-Ersatz – das ist traurig. Aber was heißt hier eigentlich "Kindheit"? Wenn ich abends den Mond sehe, trällere ich heute noch vor mich hin: "Der Mond ist aufgegangen / Die gold’nen Sternlein prangen / Am Himmel hell und klar" – das ist doch schön!

Frau Glas, auf Ihrer Homepage sind drei Fotos zu sehen. Eines mit ausgestreckter Zunge zeigt Sie als keckes, burschikoses Mädchen. Ein anderes im knielangen Ledermantel wirkt reifer und dezent sexy. Das dritte ist ein aktuelles Porträtfoto. Welches dieser Bilder gefällt Ihnen am besten?

Fotografie ist immer eine Sache von Posen. Und wenn ich irgendwann die Zunge herausstrecke, weil schon 133 Fotos gemacht wurden, dann ist das eine spontane Geschichte, die keine große Aussagekraft besitzt. Nur: Ein bisschen gegen den Strom schwimmen tut manchmal ganz gut.

Sie haben sich im Juni im Bikini fotografieren lassen. Ein mutiges Shooting.

Das war eine freche Sache, die mir viel Spaß bereitet hat. Vielleicht habe ich auch im Übermut zugestimmt, weil es mich faszinierte, dass junge Leute überhaupt mit dieser Idee auf mich zugekommen sind. Aber die Konsequenzen konnte ich damals nicht absehen.

Sie bekamen dafür nicht nur Applaus.