Wenn Sie dieses Jahr Revue passieren lassen, welcher Tag kommt Ihnen dann sofort ins Gedächtnis?

Das erste Einzelzeitfahren von Jan Ullrich bei der Tour, am 18. Juli. Es war zwar nur eine Etappe, aber für mich symbolisiert es das absolute Comeback von Jan. Ein unglaubliches Glücksgefühl. Keiner von uns dachte im Februar oder März im Trainingslager in der Toskana, dass Jan das Zeitfahren gewinnen würde.

Sie haben an ihm gezweifelt?

Ich? Nein, niemals. Ich habe immer an Jan geglaubt.

Dabei sah es lange Zeit nicht gut aus. Ullrich stand wegen seiner Dopingsperre, einer langwierigen Knieverletzung und seinem unprofessionellen Lebenswandel im vergangenen Jahr vor den Trümmern seiner Karriere. Wie viel Anerkennung gebührt Ihnen für seinen Erfolg?

Ich habe all meine Erfahrung in Jans Comeback gesteckt, mein Herzblut für ihn gegeben. Aber letztlich bin ich das Rad nicht gefahren, ich habe Jan nur ab und zu einen Rat gegeben. Das ist etwas anderes. Jan hat sich den Erfolg selbst erarbeitet.

Sie haben in einem Interview gesagt, dass Sie vielleicht nicht der beste sportliche Leiter im Radsport sind, aber immerhin derjenige, der Ullrich am besten kennt. Welche Charaktereigenschaft Ullrichs schätzen Sie am meisten?