Halb Deutschland – Verbände, Parteien, Bahnkunden – jubelte, als am 1.August die Bahncard wieder eingeführt wurde, mit der man 50 Prozent Rabatt auf Bahntickets bekommt. Besitzen Sie selbst auch eine?

Na klar. Als Vielfahrer habe ich allerdings die Bahncard 100. Das ist sehr bequem, weil man sich nicht mehr um Fahrkarten kümmern muss. Bei einem Abo-Preis von monatlich 270 beziehungsweise 450 Euro für die erste Klasse lohnt sich diese Karte schon für jeden Kunden, der beispielsweise nur einmal pro Woche von Köln nach München und zurück fährt.

Wie oft sind Sie selbst in diesem Jahr Bahn gefahren? Und kamen Sie immer pünktlich an? Oder hatten Sie selbst Grund zur Kritik, etwa wegen der häufig kritisierten Verspätungen?

Ich fahre in der Regel mehrmals pro Woche längere Strecken und muss ehrlich sagen, dass ich kaum Verspätungen spüre. Und selbst wenn man mal zehn Minuten zu spät am Ziel ankommt, ist das ja meist kein großes Problem. Im Gegensatz zur Bahn sind längere Autofahrten heute nahezu unkalkulierbar, und auch viele innerdeutsche Flüge sind unpünktlich. Beides wird von den Reisenden aber meist mit Gleichmut hingenommen. Die Anforderungen an die Bahn sind einfach höher, deswegen haben wir jetzt vom Vorstand aus eine Pünktlichkeitsoffensive gestartet, die allen internen Ursachen auf den Grund geht.

Wie lange, glauben Sie, wird es noch dauern, bis die Bahn ein reibungslos funktionierendes Unternehmen ist, mit dem alle zufrieden sind?

Ein hoch komplexes vernetztes System mit 30000 Personenzügen pro Tag wird leider niemals völlig reibungslos funktionieren, allein schon wegen der Außeneinflüsse, mit denen wir zu kämpfen haben. Aber wir geben uns alle Mühe, für unsere täglichen 4,5 Millionen Kunden ein gutes Angebot zu einem fairen Preis auf die Schiene zu stellen. Und wir werden besser, unsere gewaltigen Investitionen – rund 45 Milliarden Euro im Fünfjahreszeitraum – wirken sich positiv aus.

Noch nie stand die Bahn so sehr in der Kritik. Wie bringen Sie Ihren Mitarbeitern bei, trotzdem an ihr Unternehmen zu glauben?