Herr Beckmann, Herr Gaus, darf ich Ihnen, bevor es richtig losgeht, die erste Frage vorlegen?

Beckmann: Herr Kollege, Sie sind nicht Günter Gaus!

Gaus: Und wir sind nicht im Fernsehen.

Man erzählt sich, Herr Gaus, dass Sie den Gästen in Ihrer legendären Porträtreihe "Zur Person" kurz vor Aufzeichnungsbeginn immer die erste Frage verraten.

Gaus: Mein Gegenüber bekommt wenige Minuten vor der Sendung die erste Frage im Wortlaut zur Kenntnis und ohne Einspruchsrecht. Er bekommt sie aus dem Grund, der für jemanden, der wie Herr Beckmann und ich Interviews oder Gespräche führt, sehr einleuchtend ist: Wenn man eine Sendung über 45 oder gar 60 Minuten durchstehen will, muss man einen Spannungsbogen aufbauen. Dafür ist der Beginn eines Interviews außerordentlich wichtig. Wenn die erste Frage aber nicht von dieser Welt ist, wenn der Gesprächspartner von ihr irritiert oder so überrascht wird, dass er sprachlos dasitzt und schweigt…

Beckmann: …oder Fluchtfantasien entwickelt, nach dem Motto: "Holt mich bloß hier raus!…"

Gaus: …dann ist das Interview bereits beendet, bevor es richtig begonnen hat. Jedenfalls wäre es dann ungleich schwieriger, einen vernünftigen Bogen zu schlagen.