DIE ZEIT: Eine ganze Leben-Ausgabe voller Interviews – muss das sein?

DIE ZEIT: Nein, das muss nicht sein. Wir haben es trotzdem gemacht.

Warum?

Wir verstehen diese Interviewausgabe als eine Hommage an die prominenten und weniger prominenten Menschen, die uns in diesem Jahr den Stoff für unsere Geschichten geliefert haben. Zum Jahresausklang wollten wir ihnen das Wort geben und damit auch zeigen, wie das Leben aussieht, wenn man es nicht durch unsere Brillen sieht.

Sieh an. Aber wurde nicht in diesem Jahr schon genug geschwafelt?

Gerade Sie als Journalist sollten die Kunstform des Interviews nicht mit ungefiltertem Blabla verwechseln. Die zwanzig Texte unserer Ausgabe sind das Destillat einer viel größeren Zahl von Gesprächen. Wer nichts zu sagen hatte oder etwas nachher nicht mehr gesagt haben wollte, der flog eben raus.

Ihre Kunstformen erinnern an die übrig gebliebenen Blätter eines Abreißkalenders: jedes mit einem Datum überschrieben und danach sortiert. Soll die Summe dieser Teile am Ende einen repräsentativen Jahresrückblick ergeben?