Inspiration Bloomsbury. Der Kreis um Virginia Woolf - hrsg. u. übers. v.

Christine Frick-Gerke - Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2003 - 351 S., 12,90 e

Sie wolle schreiben, dass "die Seiten in Flammen stehen", hatte sich Virginia Woolf vor etwa einem Jahrhundert vorgenommen. Mutig, dieser Vorsatz, wie überhaupt das Denken und der Lebensstil, die Arbeit wie die Liebesaffären des legendären Bloomsbury Kreises, der sich um sie und ihre Schwester zum "Tea" oder "Boeuf en Daube" versammelte. Der Band trägt Erinnerungen und Analysen zusammen, verzeichnet den Einfluss des Postexpressionismus, verfolgt die Spuren der sexuellen Kühnheit wie der Katastrophen in den Tagebüchern der verzweigten Sippe, berichtet Erstaunliches über die Beziehungen der Blaustrümpfe zur Modezeitschrift Vogue sowie verschiedener Blumenzwiebelkataloge. Und vergisst nicht das Herz des Bloomsbury-Kultes: Lebenslust, Witz, unerschrockene geistige Redlichkeit.

Helene Hanff: Die Herzogin der Bloomsbury Street. Eine Amerikanerin in London - a. d. Engl. v. Susanne Höbel - Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2003 - 207 S., 13,90 e

Wie man sich größte Wünsche erfüllt (warten, nicht nachlassen), ohne Geld in London überlebt (durch Freunde), was bei einem Martini-Cocktail zu beachten ist (Eiswürfel, drei Maß Gin, ein Tropfen Wermut), wie das Lesen das intensivste Vergnügen macht (ein Buch durchpflügen, 50-mal, dann Jahre liegen lassen) und erstaunliche Dinge mehr berichtet die amerikanische Autorin Helene Hanff in der Erinnerung an ihre Englandreise im Jahr 1971. Ihr geistreicher Briefwechsel mit einem Antiquariat in 84, Charing Cross Road hatte zuvor Furore gemacht und diese Einladung nach Großbritannien nach sich gezogen, zum Glück für uns Leser, die so noch eine weitere Portion gut gelaunter Weltläufigkeit genießen können.