Im Januar 1963 schien der Kaiser dem inneren und äußeren Druck nachzugeben und seinen Kurs zu ändern. Eine "weiße Revolution" von oben sollte Bildungs- und Sozialreformen bringen, Aufteilung von Großgrundbesitz und das Frauenwahlrecht, allerdings ohne die Autorität des Schahs infrage zu stellen. In Washington war man froh, dass sich überhaupt etwas bewegte und dass die angekündigte Revolution "weiß" und nicht "rot" war. Zumindest äußerlich, so befanden die Experten im Außenministerium, müssten die USA jetzt Zurückhaltung üben. Der Schah dürfe keinesfalls als amerikanische Marionette erscheinen.

Doch genau das war das Bild, das die wachsende Opposition von dem Mann auf dem Pfauenthron zeichnete. Am 3. Juni 1963 griff ihn Ajatollah Chomeini in der Stadt Qom mit heftigen Worten an. Es geschah just an jenem Feiertag, an dem die Schiiten traditionell des Märtyrertodes des Imam Hussein gedenken, und der glühenden Tirade Chomeinis war die Aufmerksamkeit im ganzen Land gewiss. Zuvor hatte der Schah die Männer des Klerus als "reaktionäre Parasiten" abgetan, für die jede Modernisierung Blasphemie bedeute. Kaum waren Chomeinis Worte verhallt, wurde der 63-jährige Ajatollah verhaftet. Die Folge: tagelange Proteste von Studenten, Arbeitern, Kleinunternehmern und Klerikern. Das Militär rückte aus, tötete Tausende. Chomeini wetterte weiter: "Das Leben eines Menschen im Iran ist weniger wert als das eines Hundes in Amerika." Schließlich wurde er ins Exil verbannt, zunächst in den Irak, später ging er noch für wenige Monate nach Frankreich. In den USA tat man Chomeinis Opposition als "Demagogie" ab, und Kennedys Außenminister Dean Rusk ließ keinen Zweifel aufkommen: Allein der Schah bleibe "die Stütze amerikanischer Interessen in der Region".

Unter Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson ging jegliche kritische Distanz zu den Geschehnissen im Iran verloren. Verglichen mit Vietnam, erschien das Land tatsächlich als ein "Modellfall gelungener Modernisierung". Unter Richard Nixon wurde die Bindung an den Schah noch enger. Im Mai 1972 legten Nixon und sein Sicherheitsberater Henry Kissinger auf dem Rückweg vom Moskauer Gipfel einen Zwischenstopp in Teheran ein. Vorbildliche Wachstumsraten und vor allem die totale Loyalität des Kaisers bewogen Kissinger, Reza Pahlewi als "Säule der Stabilität in dieser unruhigen und wichtigen Region" zu loben. Der Schah schien im Zenith seiner Macht zu stehen.

Hinter der Fassade aber breitete sich der Niedergang aus. Exorbitante Militärausgaben ruinierten die Staatsfinanzen; die Inflationsrate schnellte nach oben. Auf Kritik, gerade auch wegen seiner engen Bindung an die USA, reagierte Reza Pahlewi mit noch mehr Überwachung und Gewalt – der Savak hatte sich längst zu einer der grausamsten Terrortruppen der Welt entwickelt.

Anfang 1977, mittlerweile residierte Jimmy Carter als Präsident im Weißen Haus, wurden die skeptischen Stimmen unter seinen Beratern lauter: Die oktroyierte Modernisierung finde in der Bevölkerung wenig Zustimmung, unter Klerikern wie Intellektuellen wachse die Unzufriedenheit. Letztlich scherte das die Carter-Regierung wenig, und trotz aller Menschenrechts- und Friedensrhetorik dieser Jahre wurden nach wie vor die meisten US-Waffen in den Iran verkauft. Schließlich lieferte das Land lebenswichtiges Öl an Israel, hatte sich 1973 nicht am Embargo der Opec beteiligt und dessen schmerzhafte Folgen für den Westen sogar abgemildert. Da war Konzilianz gefragt. Die Beziehungen zum Iran seien bestens, hieß es aus Washington, und Reza Pahlewi sei ein Staatsmann mit großen Qualitäten.

Am 15. November 1977 empfingen Jimmy und Rosalynn Carter Kaiser und Kaiserin in Washington. Es war insgesamt der zwölfte Staatsbesuch des Schahs in den USA. Während der Begrüßung im Garten des Weißen Hauses wehte der Wind Tränengasschwaden herüber; auf Washingtons Straßen liefen die Protestzüge heiß.

Schon wenige Wochen später, zum Jahreswechsel 1977/78, kamen Jimmy Carter und Gattin zu einem Gegenbesuch nach Teheran. Die beiden Staatsmänner bemühten sich um harmonische Bilder. Als der Präsident sein Flugzeug zum Rückflug bestieg, habe er, so berichtete die kaisertreue Presse, dem Schah in tiefer Zuneigung gesagt, "ich wünschte, Sie kämen mit uns".