Gleichzeitig werden zudem – und das ist unmittelbar spürbar – immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Das gilt nicht mehr nur für die Produzenten von Fußbällen, Textilien und Autokarosserien. Weltkonzerne beschäftigen zunehmend hoch qualifiziertes Personal in China, Osteuropa und Indien statt in Europa. Erst kürzlich kündigten Firmen wie HSBC, SAP und Siemens offiziell an, mehrere tausend Arbeitsplätze in Indien schaffen zu wollen – bei einer gleichzeitigen Stagnation oder sogar einem Abbau ihrer Belegschaft in Europa. LaSalle-Analystin Hinrichs sieht deshalb auch mittelfristig kaum positive Signale für Büroimmobilien, selbst bei dem sich anbahnenden Konjunkturaufschwung: "Bei den Unternehmen ist das Kostenbewusstsein gestiegen." Und sie ergänzt: "Viele europäische Unternehmen werden in Europa nicht mehr expandieren. Das hat natürlich auch für den Immobilienmarkt Konsequenzen."

Die Entwicklung in den USA ist bereits eindeutig. Vor allem die Produktion hochwertiger Technik wandert in immer größerem Maße über den Pazifik. Die American Manufacturing Trade Action Coalition, in der sich US-Gewerkschafter und Industrielobbyisten zusammengeschlossen haben, protestiert zwar lauthals gegen den Jobverlust im eigenen Land und fordert weitere Handelsschranken. Doch Firmen wie Wal-Mart, HP oder Oracle lassen mittlerweile in großem Umfang in Indien und China entwickeln und produzieren.

…wo bleiben die Renditen?

Den Trend nach Osten bestätigt auch eine aktuelle Studie des Internationalen Bundes der Dienstleistungs-Gewerkschaften (UNI) mit Sitz in Nyon. Die Schweizer Experten rechnen hoch, dass aus den USA bis zum Jahre 2015 rund 3,3 Millionen qualifizierte Angestelltenjobs in Niedriglohnländer abwandern. In Großbritannien sollen ihren Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2006 zwischen 20000 und 25000 IT-Jobs ins Ausland verlagert werden, das wären rund 2,5 Prozent der dort heute existierenden Arbeitsplätze im IT-Sektor.

Das alles hat Folgen für den Flächenbedarf der Unternehmen, die Mietpreise und damit natürlich auch für die Wertentwicklung von Immobilienfonds.