Fuel dump heißt in der Fliegersprache das Ablassen von Kerosin, und es ist bei weitem kein Standardmanöver – im Jahr 2002 mussten im deutschen Luftraum 34 Piloten zu dieser Notmaßnahme greifen, etwa die Hälfte davon saß im Cockpit einer Militärmaschine.

In der zivilen Luftfahrt verfügen nur die Langstreckenjets wie die Boeing 747 oder der Airbus A340 überhaupt über die entsprechenden Ablassventile. Bei diesen Flugzeugen ist nämlich in voll getanktem Zustand das Startgewicht höher als das zulässige Landegewicht. Wenn dann kurz nach dem Start ein Notfall eintritt, der eine Rückkehr zum Ausgangsflughafen erforderlich macht, dirigieren die Fluglotsen den Jet über unbewohntes Gebiet, und dort lässt der Pilot in vier bis acht Kilometer Höhe das Kerosin ab. Das wird dann in feinste Tröpfchen verwirbelt. Höchstens acht Prozent des Treibstoffs kommen tatsächlich am Boden an, der Rest verdampft und wird früher oder später durch das Sonnenlicht zersetzt.

Die "Schleppen" an den Tragflächen von landenden Flugzeugen, die man bei feuchtem Wetter manchmal beobachten kann, haben dagegen nichts mit Kerosin zu tun – sie bestehen aus harmlosem Wasserdampf. Christoph Drösser

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio