Derivate:
Derivate sind "abgeleitete" Finanzgeschäfte (aus dem lateinischen derivare ). Ihr Kurs hängt von den Preisschwankungen der zugrunde liegenden Waren oder Wertpapiere ab. Futures and Optionen gehören zu den Derivaten.

Futures:
Futures ist der englische Begriff für Terminkontrakte. Um einen Future entstehen zu lassen, braucht es zwei Vertragspartner, die unterschiedliche Erwartungen an die Zukunft haben. Beispiel: Ein Farmer will sich gegen fallende Weizenpreise schützen. Er ist der Verkäufer des Terminkontraktes. Sein Gegenpart ist ein Brotfabrikant, der steigende Preise befürchtet. Er ist der Käufer. Die beiden vereinbaren einen bestimmten Preis für einen späteren Deal – einen Future. Nach dem gleichen Prinzip geht der Vermögensverwalter vor, der sein Portfolio gegen Verluste absichern will. Der erste Kontrakt wurde an der CBOT am 13. März 1851 abgeschlossen, 3000 Einheiten Mais, die im Juni des gleichen Jahres zum fixen Preis geliefert werden mussten.

Hedging:
Beim Hedging geht es um die Absicherung gegen mögliche Preis- oder Kursschwankungen. Bei Termingeschäften werden die Werte – also der Weizen oder die US-Treasuries – nur äußerst selten tatsächlich geliefert. Die Positionen werden vor Auslaufen des Futures "glatt gestellt". Das heißt, die Vertragspartner befreien sich von der Verpflichtung, indem sie ein entsprechendes Gegengeschäft abschließen. Es bleibt dann nur die Differenz zwischen dem Einstands- und dem Glattstellungskurs übrig. Das ist genug, um zur Spekulation einzuladen.

"Trading pit":
Das Börsenparkett heißt in Chicago trading pit. Die Händler stehen sich in Achtecken gegenüber. Pro Achteck wird ein Kontrakt gehandelt. Die Geräuschkulisse erinnert dabei eher an ein Fußballstadion als an einen der wichtigsten Finanzplätze. Käufer und Verkäufer verständigen sich per Zuruf und per Handzeichen. Sie tragen knallbunte Jacketts, um auf sich aufmerksam zu machen. Es geht darum, vor dem Konkurrenten den Zuschlag zu bekommen.

Chicago Board of Trade (CBOT):
Die CBOT wurde vor 155 Jahren gegründet. Sie ist die älteste Terminbörse der Welt. Ihren Sitz hat sie in einem Art-déco-Gebäude am Ende der La Salle Street im Finanzdistrikt in Chicago. Über ihrem Portal thront Ceres, die Göttin der Landwirtschaft, ein beliebtes Motiv bei Touristen.

Chicago Mercantile Exchange:
Die Börse wurde als "Egg and Butter Exchange" ins Leben gerufen und war zunächst tatsächlich auf Eier und Butter spezialisiert. In den Schlagzeilen landete sie zuletzt im Zusammenhang mit dem ersten Fall von Rinderwahn in den USA. Die Rinder-Terminkontrakte stürzten so drastisch, dass die Börse das Preislimit nach unten erweitern musste. Zu den lukrativsten Produkten, die dort gehandelt werden, gehört heute der Eurodollar-Kontrakt.

London Financial Futures and Options Exchange (Liffe):
Die Londoner sind die Erzrivalen der Eurex. Sie sind Partner der CBOT und liefern das elektronische Handelssystem, mit dem sich die Chicagoer gegen die Eindringlinge aus Frankfurt behaupten wollen.