Peter Handke: Über Musik - hrsg. von Gerhard Melzer - Literaturverlag Droschl, Libell 4, Graz 2003 - 104 S., 31,- e

"Musik als Stimme hören, die spricht (sagt) - so verliert sich das Gaukelnde."

Peter Handke hat seine Sätze zur Musik unregelmäßig über seine Bücher verstreut, und nun wurden sie auf 90 Seiten wieder eingesammelt. Zwischen Van Morrison und Wolfgang Amadeus Mozart, (textloser) Volksmusik und den Kinks breitet das groß gesetzte schwarze Schreibheft eine Schule des Hörens aus, manchmal belanglos, manchmal erhebend. Es beruhigt, wenn einer Musik so ernst nimmt, dass er sie hoch lobt oder verwirft, so satt davon, dass er sie nicht mehr hören kann. Sein wachsendes Misstrauen gegenüber Musik steht in seltsamer Nähe zur zunehmenden Unsinnlichkeit seiner Romane. Die B-Seiten seiner früheren Jahre waren nicht der schlechteste Begleiter, gegen den er anschreiben musste.

Don Rosa - Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden - Ehapa Verlag, Köln 2003 - 432 S., 19,- e

Wie wichtig es ist, in Zeiten des drohenden Verkaufs der Geschichtswerkstatt Walt Disney an den Kabelverleger-Konzern Comcast an sinnenfrohe Geschichten erinnert zu werden, zeigt die Biografie über Dagobert Duck, die reichste Ente Amerikas mit ihren fünf Fantastilliarden und neun Trillionen Talern samt 16 Kreuzern. Der 1951 geborene Zeichner Don Rosa erzählt - beruhend auf den heilig gesprochenen Comics von Carl Barks - in 18 sorgfältigst kommentierten Abenteuern seine Version der Entstehung des Duckschen Imperiums.

Erhellenderes über Lust und Leid des Kapitalismus findet sich selten. Hier wird Legende zur Wahrheit.