Sie haben es irgendwie hinbekommen, die Eltern von Annalena, Julian und Otto: gleichzeitig mit einigem Erfolg ihren Beruf auszuüben und ihre Kinder zu erziehen. Doch was haben sie da wirklich geschafft? Darüber debattieren seit Jahren Psychologen, Politiker und natürlich die Mütter und Väter selbst. Diese berichten von unsäglichem Stress und unfassbarem Glück beim Spagat zwischen Hustenanfällen und Handykonferenzen, zwischen tobenden Kindern und tosenden Vertragsverhandlungen; von verständigen Tagesmüttern und verständnisvollen Kollegen; am liebsten jedoch von glücklichen Kindern. Die Psychologenpolitiker analysieren und raten den Eltern zu beruflicher Selbstverwirklichung (zugunsten der Kinder) oder zu beruflicher Selbstbescheidung (zugunsten der Kinder).

Annalena, Julian und Otto haben wir ausgewählt, weil sie in einem Alter sind, in dem sie bereits fähig sind, ihre Situation zu reflektieren – und doch noch weitgehend frei vom Überbau gesellschaftspolitischer Diskurse. Aber wollten wir nicht eigentlich die Kinder sprechen lassen?

Wer bestimmt bei euch zu Hause?

Julian: Du meinst, so wie das vor kurzem in der Zeitung drinstand, bei Julia Roberts oder so, da wurde gefragt: "Wer hat die Hosen an?"

Annalena: Genau, das hab ich auch gelesen, in der Gala.

Julian: Bei Julia Roberts hat jedenfalls der Mann die Hosen an!

Annalena: Bei uns: Papa, Papa, Papa. Wenn wir alle zusammen sind, hat Papa die Hosen an. Wenn nur ich und meine Schwester da sind, ich.