Schleier der Melancholie Die Freude ist bedrückend, der schwere Mann schläft auf einer zarten Rose.

Die Freude ist eine Wüste, deren Wasser Tränen sind: Sie ist die Witwe eines Kriegers. Die Freude schleicht sich in unsere Gesichter, zeichnet unsere Züge, die außer in Urkunden nicht zu uns gehören. Die Freude ist eine Faulheit des Körpers und seiner Teile, ihr Tiefschlaf wie der des Siebenschläfers. Die Freude raubt unserer Trauer den letzten Sieg und den Triumph letzten Schmerzes. Sie befruchtet das Leben durch ungerufene Wollust, bewahrt in schwarzem Schnee.

Aus dem Arabischen v. Suleiman Taufiq Amal al-Jubouri: So viel Euphrat zwischen uns Gedichte - Friedenauer Presse, Berlin 2003 - 31 S., 9,50 e