Mit einer wahren Flut von Neuheiten in diesem Jahr wollen die deutschen Autobosse jetzt verlorenes Terrain zurückgewinnen: BMW hofft mit dem Ende vergangenen Jahres gestarteten 5er in der Oberklasse Boden gutzumachen, seit Anfang des Jahres sind das 6er-Coupé und der "kleine" Geländewagen X3 hinzugekommen. Spätestens im September stoßen die Bayern mit ihrem kleinen 1er in die für sie neue Golf-Klasse vor. Ebenfalls mit zugkräftigen Neuheiten aufwarten kann Audi: Die Limousine A6 kommt in den nächsten Wochen auf den Markt, und im Herbst soll nach der Vorstellung von Audi-Chef Martin Winterkorn der fünftürige A3 "Sportback" für zusätzlichen Schwung sorgen. Oberliga-Marktführer Mercedes gibt sich dagegen eher vorsichtig. Jürgen Hubbert, scheidender Chef der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Maybach, Smart), wäre schon zufrieden, wenn er das Niveau des Vorjahres erreichen könnte.

Besonders hart wird der Kampf in der so genannten Kompakt- oder Golf-Klasse. Opel, die deutsche Tochter des US-Riesen General Motors, setzt alle Hoffnungen auf den neuen Astra. Der muss sich allerdings, genauso wie der vor ihm gestartete GolfV, mit relativ jungen attraktiven ausländischen Konkurrenten wie Peugeot 307, Renault Mégane, Mazda3 oder Toyota Corolla herumschlagen. Im Herbst heizt dann auch noch der neue Ford Focus den Wettbewerb in diesem Segment an.

Erfolg oder Misserfolg von Golf, Astra und Focus entscheiden über Gewinn und Verlust von Volkswagen, Opel und Ford. Preis und Ausstattung – wie etwa ein serienmäßiger Rußfilter ohne Aufschlag – werden hier den Ausschlag im Verdrängungskampf geben.

Mitarbeit: Ulrich Viehöver