Laos ist noch immer Neuland. Notgedrungen erlaubt die Führung der Demokratischen Volksrepublik seit etwa zehn Jahren, dass Touristen wieder einen Blick hinter den Bambusvorhang werfen. Der Reformkurs als Reaktion auf den Zusammenbruch des Ostblocks hat aber, wie Jan Düker und Annette Monreal feststellen, bislang nicht viel daran geändert, dass der kleine Staat am Mekong zu den unterentwickeltsten Südostasiens zählt. Ein Grund, warum die Autoren in ihrem Travel-Handbuch den Kapiteln Einreiseformalitäten, Reisevorbereitungen und Praktische Tipps besonders viel Platz einräumen – um anschließend das Land ohne Strand so enthusiastisch wie überzeugend als besonders lohnendes Reiseziel herauszustellen. "Laos ist ein Gesamterlebnis", schwärmen sie, mit liebenswerten Menschen, abwechslungsreicher Landschaft und der ältesten intakten Tempelstadt Südostasiens, Luang Prabang. Der Reiseführer Laos ist ein breit gefächerter Ratgeber, der sich an alle wendet, die bereit und in der Lage sind, "gemächlich und geduldig" zu reisen. H. K.

Jan Düker und Annette Monreal: "Laos". Stefan Loose Travel Handbücher, DuMont Reiseverlag, Berlin 2003; 400 S., 22,95 Euro

Durch das New York der Dichter und anderer Kreativer führt ein handliches Insel-Taschenbuch, bei dem sowohl Nur-Leser als auch Besucher der Stadt auf ihre Kosten kommen. Mit acht literarischen Spaziergängen stellt Autor Herbert Genzmer besondere Viertel des Big Apple vor. Dabei leuchtet er das Leben von Schriftstellern in der Metropole aus, würdigt die Überlebenskunst der Einwanderer und weist auf architektonische Besonderheiten hin, die den Weg säumen. In Greenwich Village etwa zeigt er, wo Edgar Allan Poe 1831 eine Kopfgrippe auskurierte, und erklärt, warum sich Dylan Thomas in der White Horse Tavern immer so wohl fühlte. Jedes Kapitel ein Spazierwegweiser: durch das East Village, zu den noblen Galerien von SoHo, in die Slums der Lower East Side, durch Chelsea und Chinatown, Little Italy und den Central Park. New York – ein Buch zum Nachlaufen. H. K.

Herbert Genzmer: "New York. Literarische Spaziergänge". Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2003; 154 S., 10,– Euro

Manchmal sind Hotels mehr als nur Beherbergungsbetriebe. Was in Hotelzimmern und -bars, auf Hotelfluren und -balkonen passiert, hat Schriftsteller immer angezogen. Gleichwohl hat Spiegel- Autor Erich Follath unter dem schrillen Titel Himmelbett und Höllenangst keine literarische Fiktion verfasst, sondern historische Fakten aufgegriffen, akribisch recherchiert und in plauderndem Ton 13 Geschichten über Hotels geschrieben, die Geschichte gemacht haben. Etwa das Hilton in Havanna, das heute Habana Libre heißt und im Januar 1959 von Comandante Fidel Castro zum Hauptquartier der Revolution erkoren wurde. Oder das King-David-Hotel in Jerusalem, wo Menachem Begin, lange bevor er Israels Premier und Friedensnobelpreisträger wurde, als Untergrundkämpfer einen Flügel in die Luft gejagt hatte. Oder das Oriental in Bangkok, in dem das alte Siam noch lebt – nicht zuletzt weil dort König Bhumibol und Königin Sirikit das Fest zum Tag der Nation geben… Ein außergewöhnlicher Hotelführer, so informativ und plastisch, dass er die Sternchenvergabe am Ende eines jeden Porträts (etwa für einen "Nostalgie-Faktor" oder "Adrenalinstoß-Faktor") vollkommen überflüssig macht. H. K.

Erich Follath: "Himmelbett und Höllenangst". Dreizehn Hotels, die Geschichte machten; Picus Verlag, Wien 2003; 310 S., 19,90 Euro