Worauf muss man Achten?
Das Angebot auf dem Sprachreisemarkt ist groß und unübersichtlich. Gibt man in Internet-Suchmaschinen den Begriff "Sprachreisen" ein, gehen die Treffer in die Tausende. Allein in Deutschland gibt es über 100 Anbieter, schätzt der Fachverband Deutscher Sprachreiseveranstalter (FDSV), nicht alle davon sind seriös. Zwar ist die Qualität der Sprachreisen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, heißt es beim FDSV, trotzdem sollte man bei der Auswahl ein paar Dinge berücksichtigen. Der Verband hat Qualitätsrichtlinien aufgestellt. Demnach sollte die Zahl der Schüler pro Lerngruppe 15 nicht übersteigen. Pro Woche müssen mindestens 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten angeboten werden. Wichtig ist ein schriftlicher Einstufungstest, damit die Lerngruppen entsprechend zusammengesetzt werden können. Es reicht nicht, dass die Lehrer Muttersprachler sind, sie brauchen auch eine Ausbildung zum Fremdsprachenlehrer. Die Verbraucherschutzorganisation Aktion Bildungsinformation (ABI) rät, einen Blick ins Kleingedruckte zu werfen: Wichtig ist zum Beispiel, dass der Veranstalter seinen Rechtssitz in Deutschland hat. Da die meisten Beschwerden Gastfamilien betreffen, empfiehlt ABI, vor Vertragsabschluss Informationen über die Gastfamilie zu verlangen.

Welcher Kurs ist der richtige?
Das Angebot ist groß. Es reicht vom Ferienkurs mit wenigen Lektionen pro Tag bis zum maßgeschneiderten Intensivkurs mit einer 40-Stunden-Woche und Unterbringung im Haus des Lehrers. Es gibt Angebote, die Skifahren, Rafting oder Flamencotanzen mit einem Sprachkurs kombinieren. Viele Veranstalter bieten zunehmend Kurse für bestimmte Berufsgruppen an: Ingenieure brauchen ein anderes Vokabular als Ärzte oder Juristen. Interessant für Studenten ist die Möglichkeit, den Sprachkurs mit einem anschließenden Praktikum zu kombinieren. Den Praktikumsplatz bei einer Firma in Australien, Kanada oder Südafrika vermittelt der Veranstalter. Inhaltlich dürfe man dabei aber keine zu großen Erwartungen an das Praktikum haben, sagen die Anbieter, man müsse damit rechnen, selbst einfachste Aufgaben übertragen zu bekommen. Aber es gehe ja vor allen Dingen darum, die neu erworbenen Vokabeln in der Praxis anzuwenden. Die Carl-Duisberg-Stiftung beispielsweise bietet Teilstipendien für diese Kombination an. Sie werden an Schüler, Studenten und an Berufstätige mit geringem Einkommen vergeben. Informationen unter www.cdc.de

Wer bietet Orientierung?
Ratschläge bei Sprachreisen gibt die Aktion Bildungsinformation (ABI) in Stuttgart. Die Verbraucherschutzorganisation in Sachen Bildung schaut seit den Siebzigern ins Kleingedruckte der Angebote und warnt vor dubiosen Veranstaltern. ABI bietet außer umfangreichen Broschüren zum Thema "Sprachreisen" auch eine telefonische Beratung von Montag bis Freitag jeweils von 11 bis 12 Uhr (0711/2270073). Dafür, dass es auf dem Sprachreisemarkt mit rechten Dingen zugeht, sorgt auch der FDSV. Der Fachverband Deutscher Sprachreiseveranstalter hat in freiwilliger Selbstkontrolle Qualitätsrichtlinien geschaffen. Der Verband hat derzeit 20 Mitglieder.

Gut zu wissen:
Sprachkurse in den Ländern der Europäischen Union lassen sich auch von der Steuer absetzen. Überaus hilfreich ist dabei eine Bescheinigung des Arbeitgebers, dass der Sprachkurs beruflich bedingt ist.

Weiterführende Informationen:

ABI-Aktion Bildungsinformation, Alte Poststraße 5, 70173 Stuttgart. Die Broschüren kann man bestellen unter: info@abi-ev.de ; Tel. 0711/22021630, Fax 0711/22021640