Lange war es ruhig um Julian Schnabel, den einstigen Shootingstar der Kunstszene, der zu Anfang der achtziger Jahre im Verdacht stand, die Malerei reanimiert zu haben. Doch nun würdigt die Frankfurter Kunsthalle Schirn den großspurigen Maler mit einer raumgreifenden Retrospektive (bis zum 25. April, Katalog 24,90 e). Die zwischen 1978 und 2003 produzierten Bilder lassen sich schwer kategorisieren, ist es doch gerade der exzessive Mix von Stilen, Formen und Materialien, der das Werk des gebürtigen New Yorkers auszeichnet.

Für die Porträts von Frau und Töchtern drapiert er zerbrochene Teller auf Holz und bemalt die Trümmerlandschaft ordentlich mit Öl, dann wieder entwirft er ein von mexikanischen Töpferwaren durchwirktes gigantisches Meeresrauschen, in dem der Betrachter ertrinkt. Für seine Chinese-Painting-Serie aus dem vergangenen Jahr benutzt der 52-Jährige olivgrüne Planen aus Beständen der U. S. Army als Leinwandgrund.

Überwältigend groß sind seine Werke alle, selten unter zwei mal zwei Metern, oft auch mehr. Man muss sie live erleben, das Format macht die Bilder zum Ereignis. Großartig sind sie deswegen noch lange nicht.