Sie schreiben, John Kerry habe "das Purple Heart, die höchste Tapferkeitsmedaille der USA", dreimal erhalten. Das Purple Heart ist ein Verwundetenabzeichen und sagt über die Tapferkeit des Blutspenders nichts aus, wobei man sie ihm aus Respekt natürlich unterstellt. Die höchste Auszeichnung für Tapferkeit innerhalb der US-Truppen ist die Medal of Honor, gefolgt vom Silver Star und vom Bronze Star. John Kerry hat die beiden letztgenannten Medaillen, zusätzlich zum dreifachen Verwundetenabzeichen.

Er und alle ihm Wohlgesinnten täten allerdings gut daran, nicht weiterhin so viel Wind um seine Auszeichnungen zu machen. Ein ungeschriebener Ehrenkodex verbietet dies. Immerhin könnte sich die Frage nach der Uneigennützigkeit der Heldentaten eines jungen aufstrebenden Hochschulabsolventen stellen.

Innerhalb der Streitkräfte und unter Veteranen melden sich bereits die ersten Hobby-Historker zu Wort, die Kerrys Heldentaten genauer unter die Lupe nahmen.

Seine offiziellen Gegner würden es freilich nicht wagen, irgendwelche Zweifel zu äußern. Die "höchste Tapferkeitsmedaille der USA", die Medal of Honor also, hat der Senator jedenfalls nicht. Sie genießt in der amerikanischen Öffentlichkeit ein für uns so unvorstellbar hohes Ansehen, dass Kerry nicht ernsthaft mit innerparteilichen Gegenkandidaten hätte rechnen müssen.

Peter Majewski, Darmstadt

Ihr Artikel über John Kerry legt nahe, dass nach Deans Rücktritt dem Bostoner Kandidaten der Weg zur Nominierung der Demokraten offen liegt. Sie übersehen jedoch noch Senator John Edwards aus North Carolina.

Edwards' überraschend gute Resultate in den ersten Vorwahlen haben seine "Wählbarkeit" bestätigt. Nichts jagt Karl Rove & Co mehr Angst ein als die Aussicht auf einen Kampf um die hearts and minds der konservativen, aber launenhaften Südstaaten-Wähler gegen einen südstaatlichen Landsmann, der sich aus armen Verhältnissen erhoben hat und zu einem wahrhaften Verteidiger der kleinen Leute in Amerika geworden ist.