Großbritannien war bislang ein öffentlich-rechtliches Paradies. Seit Jahren steht die BBC blendend da. Keine quälenden Debatten um höhere Gebühren, sondern stetig steigende Einnahmen nach der Formel "Inflation plus 1,5 Prozent" - ARD und ZDF wären überglücklich über solch generöse Regelung, die 2007 ausläuft. Alljährlich fließen rund 3,8 Milliarden Euro in die Kassen. Die "Beeb" bietet dafür zwei nationale Fernsehprogramme, BBC 1 und BBC 2, fünf landesweite und rund dreißig regionale und lokale Radioprogramme.

Dazu seit 2003 acht digitale TV-Kanäle, darunter den Informationssender News 24. Der globale Informationssender BBC World erreicht über 280 Millionen Haushalte in 200 Ländern und mauserte sich so zum ernsthaften Konkurrenten für CNN. (Der Worldservice der BBC, mit über 160 Millionen Hörern erfolgreichstes Radioprogramm der Welt, wird vom Londoner Außenministerium finanziert). Das alles werbefrei und für den Gegenwert von täglich 32 Pence, einem halben Euro.

Außerhalb des Landes vermarktet BBC Worldwide Programme und Konzepte. So fließt noch einmal rund eine Milliarde Euro pro Jahr in die Kasse. Allein die Teletubbies wurden in über 170 Länder verkauft. Die reich bestückten Archive werden ebenso verwertet wie Studios und Requisiten. Hinzu kommen eigene Zeitschriften, Web-Design, Franchising und Online-Auftritte. Der kommerzielle Arm der BBC operiert in Joint Ventures mit Disney, AOL und Flextech.

Angesichts des öffentlich-rechtlichen Kolosses fühlt sich die Konkurrenz ähnlich dem Hasen im Wettlauf mit dem Igel: Wo immer sie hinkommt, die BBC ist bereits da.