Mehr Geld für erneuerbare Energien, viel weniger für Öl-, Gas- und Kohleförderanlagen: Das fordert eine von der Weltbank beauftragte Expertenkommission in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht. Weltbankpräsident James Wolfensohn hatte das Gremium beim Jahrestreffen der Weltbankgruppe 2000 eingesetzt und damit auf Proteste von Nichtregierungsorganisationen gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden bei Energieprojekten reagiert. Unter dem Vorsitz des indonesischen Exumweltministers Emil Salim sollte die Kommission die Kreditvergabe der Weltbank bei Energierohstoffen überprüfen: Widerspricht sie den entwicklungspolitischen Prioritäten Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit?

Der Bericht empfiehlt nun, die Finanzierung von Ölförderprojekten bis 2008 auslaufen zu lassen und begrenzte Mittel für die Erforschung und Verbreitung von regenerativen Energien und Energiespartechnologien zu geben. Bisher kämen dem emissionsfreien Bereich nur 6 Prozent der Energiekredite zugute. Der Anteil solle "aggressiv gesteigert werden" – um jährlich rund 20 Prozent. Aus dem Management der Weltbank dringen aber Vorbehalte: Arme Länder wie der Tschad dürften nicht gehindert werden, mit der Ölförderung Devisen zu verdienen. Der Bericht soll intern weiterdiskutiert werden. cgr