In Simbabwe werden im Auftrag der Regierung Tausende von Minderjährigen in geheime Lager gezwungen und zum Foltern und Morden ausgebildet. Das behauptet der britische Sender BBC, und diesmal ist im Gegensatz zu seinen jüngsten Enthüllungspleiten (Irak-Geheimdienst-Affäre) leider zu vermuten, dass die Informationen stimmen. Seit Jahren rüstet Simbabwes Präsident Robert Mugabe die Jugend auf, um seine Macht durch Terror zu sichern.

Der Despot und seine Partei haben die Selbstzerstörung ihres Staates beinahe vollendet. Sie begann mit der Massenvertreibung der weißen Farmer und gipfelt in der Ausschaltung der schwarzen Opposition. Die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und das Commonwealth haben Sanktionen gegen das Regime verhängt. Nur Südafrika, der mächtige Nachbar, der Mugabe zur Umkehr zwingen könnte, übt sich in "stiller Diplomatie" - und schweigt. Man werde Simbabwe "niemals verdammen", gelobt Außenministerin Zuma.

Ausgerechnet Südafrika, das nach dem Ende der Apartheid zum Vorkämpfer der Demokratie in Afrika wurde, stützt die Diktatur nebenan. Präsident Thabo Mbekis weltweitem Ansehen habe das bislang kaum geschadet, sagte Bundeskanzler Schröder auf seiner Afrika-Reise im Gespräch mit der ZEIT.

Millionen von Simbabwern sehen das anders. Sie fühlen sich von Mbeki verraten und nennen ihn einen Komplizen von Mugabe.